14.11.2011

make some plans for tomorrow

London - March 2011

Mein Wochenenede war gut - aber ziemlich schnell vorbei.
Am Freitag ging ich mit Sandra aus. Zuerst tranken wir Sekt in einer Seitenstraße (dieses öffentliche Akoholverbot ist so unsinnig...) danach gingen wir in 'unser' Hope Bros. Der Abend war wirklich lustig, was aber vermutlich an den vielen Kurzen lag. Irgendwann setzt meine Erinnerung aus - ich erinnere mich noch an einen Abstecher im Burger King - und einer unnötig teuren Taxifahrt, weil ich den letzten Nachtbus verpasst hatte.
Am nächsten Tag spielte ich Hangover. Aber nicht so cool wie im Film, sondern eigentlich nur alles schlechte. Es gab keinen kleinen Affen mit Jeansweste, keinen verrückten Mr. Chow, ich hatte auch kein Mike Tyson Tattoo an der Schläfe und Bradley Cooper lag auch nicht neben mir.
Jedenfalls war es ein ganz fürchterlich Kater und ich lag den ganzen Samstag nur im Bett und konnte mich nicht mehr bewegen. 
Sonntags war dann babysitten angesagt. Wir verbrachten den Tag im Schwimmbad und auf der Couch. War eine wirklich schöne Zeit mit den Kids. Und schwups, schon war das Wochenende wieder vorbei.

Momentan habe ich leider sonst nicht viel zu erzählen. Irgendwann kehrt auch hier der Alltag ein. Aufstehen, die Kids fertig machen, Gym gehen und Wellington erkunden, Kids abholen und Nachmittagsbeschäftigung. Ist aber ein schöner 'Alltag' wenn man die Kulisse Neuseelands dabei um sich hat.
Ab 24. Dezember habe ich dann auch drei Wochen frei bis 15. Januar. Da ist ja dann eigentlich großes Nordinsel bereisen angesagt, aber Sandra und ich müssen uns erstmal an die Planung setzten und najaaaaa, mal sehen was das genau wird. Jedenfalls will ich gut Geld sparen, damit ich in meinen letzten zwei Wochen mit meinem Bruder so richtig auf die K***** haun kann. (entschuldigt für den Ausdruck, aber mir ist einfach kein besserer eingefallen, trotz intensiver Überlegung)

Jedenfalls ist Sparen jetzt das oberste Gebot. Damit dann in Sydney ein wirklich gutes Hotel genommen werden kann. Wie schon erwähnt bin ich nämlich überhaupt kein Freund von Hostels, Gemeinschaftsduschen und 10-Mann-Bett-Zimmern. Und mein Bruder zum Glück auch nicht. Ich will meine eigene Dusche ohne das meine Kleidung dabei nass wird, weil man sie nirgendswo ablegen kann. Ein Bad, bei dem ich weiß, dass es am Morgen von einer Fachkraft gereinigt wurde. Ein Bett, das nicht so durchgelegen ist, dass der Boden fast bequemer ist. Keine Gemeinschaftsküche, wo irgendwie alles klebt und man sein gesamtes Essen pfadfinderhaft beschriften muss, ansonsten ist die Milch am nächsten Morgen leer. Vielleicht bin ich da ein wenig zimperlich, aber ich kann dem Backpackerleben einfach so gar nichts abgewinnen. Darum bin ich auch Au Pair geworden. Weil ich keine Lust hatte, mein Leben in einem schweren Rucksack zu packen und damit rumzulaufen. Klingt in der Theorie ja immer ziemlich aufregend und schön, aber ich kann dem nichts abgewinnen. Immer mit anderen Menschen in einem stickigen Zimmer schlafen und einen Gemeinschaftsraum benutzen, auch wenn man einfach mal seine Ruhe davon haben will. Ich klinge vermutlich ziemlich negativ gerade, aber was soll man machen, so ein Leben wäre einfach wirklich nichts für mich. Gut, in der einen Woche auf der Südinsel war es auszuhalten. Und die drei Wochen Nordinsel, werden auch noch ertragbar. Aber größtenteils weil ich weiß, dass es danach vorbei ist und ich vermutlich nie mehr ein Gemeinschaftsbadezimmer benutzen muss.

Ich mag mein Leben hier als Au Pair einfach total. Ich habe mein eigenes Zimmer separat und somit total viel Privatsphäre und Freiraum. Ein großes unheimlich gemütliches Bett mit vielen Kissen und Kuscheldecken. Ich habe einen Kleiderschrank, der zwar vergleichsweise Mini ist, aber den ich nicht auf meinem Rücken herum tragen muss. Mein Badezimmer gehört mir. Nur mir. Ich kann alles drin stehen lassen, niemand rührt es an.
Unsere Küche ist meine Küche. Ich weiß wo alles ist und muss meinen Jogurt nicht beschriften. (Auch wenn die Kids mir den guten Himbeerjogurt immer wegessen...)
Wenn man so weit von zuhause weg ist, dann ist es einfach schön, wenn man trotzdem irgendwie ein zuhause hat.
Ich bewundere Menschen, die aus dem Rucksack leben können, aber mit ihnen Tauschen möchte ich nicht. Dafür bin ich wohl doch irgendwie zu verwöhnt, und ja, zum Glück, bin ich das auch. Passt schon so wie es ist. 
Die zwei Wochen mit meinem Bruder werden auf alle Fälle nicht in Hostels und Absteigen verbracht. Meinen Bruder würde ich in so etwas vermutlich eh niemals reinbekommen. Er ist da noch um einiges schlimmer wie ich (und das mag schon was heißen)
Jedenfalls freue ich mich schon jetzt seeeeehr auf meinen Bruder. Obwohl es noch 6,5 Monate sind, aber bekanntlich fliegt die Zeit ja sowieso. Trotzdem, es sind die letzten zwei Wochen Down Under und ich bin sehr glücklich, dass ich sie mit ihm verbringen kann. ♥

Kommentare:

knopfkopf. hat gesagt…

bist du nur noch 2 wochen dort? oder nur mit "ihm"?
oder steh ich komplett aufm schlauch?
:)

Ivy hat gesagt…

:) ich glaub du stehst auf dem schlauch.
also ich bin noch 7 monate hier, ziemlich genau sogar. aber in 6,5 kommt mein bruder und DANN bleiben wir für 2 wochen noch gemeinsam in australien und neuseeland, so war das gemeint ;D

Josephine hat gesagt…

Wie suess du schreibst:
'Am nächsten Tag spielte ich Hangover' :D